Grundversorgung Strom zu teuer? So wechselst du in wenigen Minuten
Landest du automatisch beim teuersten Tarif deines Grundversorgers? Das ist kein Zufall, sondern gesetzlich so vorgesehen – muss aber nicht so bleiben. Wir zeigen dir, warum die Grundversorgung so viel kostet und wie du in wenigen Minuten in einen günstigeren Tarif wechselst.
Du bist umgezogen, hast nichts unterschrieben – und trotzdem kommt jeden Monat eine Stromrechnung. Willkommen in der Grundversorgung. Für viele ist das der teuerste Stromtarif, den sie je hatten, ohne es zu merken. Der Grund: Niemand hat dich aktiv „angemeldet" – du wurdest automatisch zugeteilt, weil an deiner Adresse Strom fließen muss, egal ob ein Vertrag existiert oder nicht.
Das Problem dabei ist nicht die Versorgung selbst – die funktioniert zuverlässig und ist gesetzlich abgesichert. Das Problem ist der Preis. Grundversorgungstarife liegen im bundesweiten Schnitt deutlich über den günstigsten verfügbaren Sondertarifen am selben Wohnort. Bei einem durchschnittlichen 3-Personen-Haushalt mit rund 3.500 kWh Jahresverbrauch kann das schnell 200 bis 400 € pro Jahr ausmachen – Geld, das du dir mit einem einzigen Wechsel zurückholen kannst.
Besonders häufig betroffen sind Menschen im Umbruch: frisch Ausgezogene, Studierende in der ersten eigenen Wohnung oder Berufseinsteiger nach dem Umzug in eine neue Stadt. In der Hektik des Umzugs bleibt der Stromvertrag oft auf der Liste ganz unten – und genau das nutzt die automatische Zuteilung aus. Wenn das auf dich zutrifft, lohnt sich zusätzlich ein Blick in unseren Ratgeber zu Stromanbietern mit Studentenbonus, falls du gerade erst umgezogen bist.
So kommst du in 3 Schritten aus der Grundversorgung raus
Verbrauch & PLZ eingeben
Trag deinen ungefähren Jahresverbrauch in kWh sowie deine Postleitzahl in den Stromrechner unten ein.
Tarif vergleichen & wählen
Der Rechner zeigt dir verfügbare Anbieter in deiner Region – sortiert nach Gesamtpreis, inklusive möglicher Boni.
Online abschließen
Den Rest übernimmt in der Regel der neue Anbieter automatisch – inklusive Kündigung der Grundversorgung. Du musst nichts selbst nachschicken.
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Was ist die Grundversorgung eigentlich?
Die Grundversorgung ist gesetzlich in § 36 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) geregelt. Sie stellt sicher, dass an jeder Adresse in Deutschland durchgehend Strom verfügbar ist – auch wenn kein aktiver Liefervertrag mit einem frei gewählten Anbieter besteht. Zuständig ist dabei nicht irgendein beliebiger Anbieter, sondern der sogenannte Grundversorger: In der Regel der Stromanbieter, der in deiner Region die meisten Haushalte beliefert, meist der ehemalige Platzhirsch vor Ort.
Du landest typischerweise in der Grundversorgung, wenn:
• du in eine neue Wohnung ziehst und noch keinen eigenen Vertrag abgeschlossen hast
• dein bisheriger Stromanbieter insolvent wird oder die Belieferung einstellt (dann greift kurzfristig die sogenannte Ersatzversorgung, die nach spätestens drei Monaten automatisch in die Grundversorgung übergeht)
• du deinen alten Vertrag gekündigt hast, ohne rechtzeitig einen neuen abzuschließen
Wichtig zu wissen: Die Grundversorgung ist kein Notprogramm, das automatisch endet. Sie läuft unbefristet weiter, bis du selbst aktiv wechselst. Viele Haushalte bleiben deshalb jahrelang in einem Tarif, der nie für eine dauerhafte Nutzung gedacht war.
Ersatzversorgung vs. Grundversorgung – wo liegt der Unterschied?
Die beiden Begriffe werden oft durcheinandergebracht, meinen aber nicht dasselbe. Die Ersatzversorgung greift nur in einem sehr konkreten Ausnahmefall: wenn dein bisheriger Stromanbieter die Belieferung überraschend einstellt, etwa durch Insolvenz. Sie ist zeitlich auf maximal drei Monate begrenzt und meist etwas teurer als die reguläre Grundversorgung. Läufst du in dieser Zeit nicht aktiv zu einem neuen Anbieter über, rutschst du automatisch in die dauerhafte Grundversorgung desselben Grundversorgers – und genau hier bleiben viele Haushalte unbemerkt hängen. Der praktische Unterschied für dich: Egal ob Ersatz- oder Grundversorgung, in beiden Fällen lohnt sich ein Wechsel in einen regulären Sondertarif in der Regel sofort.
Warum ist die Grundversorgung so viel teurer?
Der höhere Preis hat handfeste, strukturelle Gründe – es ist kein reiner Wucher-Aufschlag, aber eben auch kein Tarif, der auf Wettbewerbsfähigkeit optimiert ist.
Lieferpflicht ohne Vorauswahl
Der Grundversorger muss jeden beliefern – unabhängig von Bonität oder Verbrauchsverhalten. Dieses Risiko wird über den Preis mitfinanziert.
Keine Neukundenboni
Sondertarife locken mit Bonuszahlungen, die vom Wettbewerb finanziert werden. Die Grundversorgung braucht das nicht – sie hat ohnehin Kunden.
Keine Preisbindung
Grundversorgungstarife können vom Anbieter kurzfristig angepasst werden – oft genau dann, wenn die Einkaufspreise steigen.
Geringe Kündigungsanreize
Weil viele Kunden gar nicht merken, dass sie in der Grundversorgung sind, gibt es wenig Druck auf den Anbieter, die Preise wettbewerbsfähig zu halten.
Kurze Kündigungsfrist als Kompensation
Als Ausgleich für den höheren Preis gilt in der Grundversorgung eine gesetzliche Kündigungsfrist von nur zwei Wochen – du kommst also schnell wieder raus.
Regionale Monopolstellung
In vielen Netzgebieten gibt es faktisch nur einen Grundversorger – ohne Vergleichsdruck durch andere Grundversorgungstarife.
Grundversorgung vs. Sondertarif im Vergleich
Die konkreten Beträge hängen stark von Region und Verbrauch ab – die Richtung ist aber fast immer dieselbe: Sondertarife sind günstiger und flexibler.
| Merkmal | Grundversorgung | Sondertarif (Wechseltarif) |
|---|---|---|
| Arbeitspreis pro kWh | meist überdurchschnittlich | meist unterdurchschnittlich |
| Neukundenbonus | in der Regel keiner | häufig 50–400 € |
| Preisbindung | keine, jederzeit anpassbar | optional 12–24 Monate |
| Kündigungsfrist | 2 Wochen | meist 1 Monat zum Vertragsende |
| Vertragsbindung | keine | oft wählbar, auch monatlich kündbar |
Werte sind marktübliche Tendenzen, keine exakten Preisangaben für deinen individuellen Fall. Deinen konkreten Vergleich siehst du weiter unten im Rechner.
Was tun, wenn der Grundversorger die Preise erhöht?
Grundversorger dürfen ihre Preise grundsätzlich anpassen, müssen dich darüber aber vorab informieren. Bei einer Preiserhöhung steht dir automatisch ein Sonderkündigungsrecht zu – unabhängig von der regulären zweiwöchigen Frist. Das bedeutet: Du kannst zum Zeitpunkt der Erhöhung außerordentlich kündigen, ohne die neue, höhere Rechnung überhaupt erst zahlen zu müssen. In der Praxis ist genau das oft der Moment, in dem Haushalte erstmals aktiv werden – dabei lohnt sich der Vergleich meist schon deutlich früher, unabhängig von einer Preiserhöhung.
Schon gewechselt, aber die monatliche Abschlagszahlung kommt dir trotzdem hoch vor? In unserem Ratgeber Stromabschlag zu hoch – was tun? erklären wir, woran das liegen kann und wie du ihn anpassen lässt.
Worauf du beim Wechsel achten solltest
Der Wechsel selbst ist unkompliziert – bei der Tarifwahl lohnt sich aber ein zweiter Blick, damit du nicht vom teuren Grundversorgungstarif in eine unpassende Vertragsfalle wechselst.
Möchtest du flexibel bleiben?
Wenn du bald wieder umziehst oder dich nicht langfristig binden willst, schau dir Tarife an, die monatlich kündbar sind.
Willst du Preissicherheit?
Bei schwankenden Energiepreisen lohnt sich oft ein Tarif mit Preisgarantie über 12 oder 24 Monate.
Achte auf den Gesamtpreis
Nicht nur der Arbeitspreis pro kWh zählt – der Grundpreis kann bei geringem Verbrauch stärker ins Gewicht fallen als gedacht.
Bonus realistisch einschätzen
Ein hoher Sofortbonus ist attraktiv, sollte aber nicht der einzige Entscheidungsgrund sein – rechne den Gesamtpreis übers Jahr.
Häufige Fragen zur Grundversorgung
Die Grundversorgung ist die gesetzlich vorgeschriebene Basisversorgung mit Strom, die automatisch greift, wenn an einer Adresse kein aktiver Liefervertrag besteht. Zuständig ist der örtliche Grundversorger, meist der größte Anbieter in der jeweiligen Region.
Grundversorgungstarife enthalten in der Regel keine Neukundenboni, keine Preisbindung und keinen Wettbewerbsdruck durch Vergleichsportale. Der Grundversorger ist zudem verpflichtet, jeden Haushalt zu beliefern – dieses Risiko fließt in den Preis mit ein.
Ein klares Indiz: Du hast nie aktiv einen Stromvertrag abgeschlossen, beziehst aber trotzdem regelmäßig Rechnungen. Auf deiner Stromrechnung steht außerdem meist explizit „Grundversorgungstarif" oder der Name des örtlichen Grundversorgers ohne Zusatzbezeichnung eines Sondertarifs.
Zeitlich unbegrenzt. Die Grundversorgung endet nicht von selbst – sie läuft so lange weiter, bis du aktiv zu einem anderen Anbieter oder Tarif wechselst.
Nein, in der Regel übernimmt das der neue Anbieter für dich, sobald du online einen neuen Vertrag abschließt. Er kündigt die Grundversorgung automatisch zum nächstmöglichen Termin.
In der Praxis dauert der komplette Wechsel meist ein bis drei Wochen, bis der neue Vertrag aktiv beliefert. Die eigentliche Beantragung online dauert dabei nur wenige Minuten.
Ja, die Kündigungsfrist beträgt gesetzlich nur zwei Wochen. Das ist deutlich kürzer als bei den meisten Sondertarifen und macht den Wechsel besonders unkompliziert.
Ja, auch bei niedrigem Verbrauch profitierst du meist von einem günstigeren Grundpreis und teilweise von Boni. Der prozentuale Unterschied zur Grundversorgung fällt oft sogar deutlicher aus als bei hohem Verbrauch.
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